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Das Geschäft mit der Angst

Das Wort "Angsthund" ist momentan in aller Munde und entwickelt sich regelrecht zum Modewort.

Mittlerweile ist jeder Hund, der mal die Rute einzieht, ein Angsthund. Dem ist zum Glück nicht so! Ein eingezogener Schwanz kann z.B. auch Demutsverhalten bedeuten.

Schon damals während meiner Zeit als Trainerin habe ich viele sog. Angsthunde kennen gelernt, die zum Glück keine Angst hatten, sondern nur unsicher waren und denen es oft an Führung gefehlt hat.

Ein Hund, der nach vorne geht, hat keine Angst. Denn das Hauptmerkmal von Angst ist die Flucht, wozu das Nachvornegehen definitiv nicht gehört.
Es mag sein, dass eine frühere Angst/Furcht die Ursache dafür war.

Ein weiteres Merkmal von Angst ist, dass überlebenswichtige Vorgänge wie Fressen im Körper blockiert werden. Sprich: Ein Hund, der Angst hat, würde nie im Leben ein Leckerchen nehmen - auch keinen Schweinbraten! Dies wiederum macht ein Training, das ausschließlich auf Leckerchengabe basiert, natürlich unmöglich.

Die Ursache dafür, dass so ein Angsthase irgendwann auch einmal in die defensive Aggression übergehen kann, ist meist falsches Mitleid und die daraus mangelnde Führung.

Falsches Mitleid kann natürlich auch bewirken, dass ein tatsächlicher Angsthund monatelang in seiner Angst belassen wird, weil man hofft, dass der Hund irgendwann aus seinem "Loch" heraus kommt.
Der Faktor Zeit spielt natürlich eine Rolle.
Wenn man einen wirklich traumatisierten Angsthund hat, kann es aber auch kontraproduktiv sein, immer auf die Zeit zu hoffen, denn je länger der Hund in seiner Angst lebt und bestätigt wird (die Tatsache, dass er immer flüchten kann, bestätigt ihm nämlich jederzeit, dass die Situation ganz fürchterlich ist), um so mehr schwinden die Chancen, dass er noch mal aus seinem Teufelskreis raus kommt.

Somit kann ich die Aussage, dass Angsthunde ganz viel Zeit benötigen, nur zum Teil bestätigen.
Natürlich kann ich nicht in einer Woche einen Haudegen aus ihm machen, aber ich kann selbst in einer Woche viel mehr erreichen als man denkt.

Leider kann ich dem Hund die Angst nur nehmen, wenn ich ihn zu seinem Glück "zwinge". Denn meine aufopfernde Liebe und den Schweinebraten wird er so schnell nicht annehmen.

 

Hier stellt sich natürlich die berechtigte Frage, ob es nicht Tierquälerei ist, bei einen traumatisierten Hund Zwang anzuwenden - wobei Sie aber bedenken müssen, dass für einen wirklich ängstlichen Hund alles außer Flucht Zwang bedeutet. Solch ein Hund wird es schon schrecklich finden, wenn Sie versuchen, ihm das Leckerchen vor die Nase zu halten, weil allein Ihre Anwesenheit ihn sehr stresst.
Ich stelle die Gegenfrage: wie schlimm ist es, ein Lebewesen aus falschem Mitleid und falsch verstandener Tierliebe monate- oder gar jahrelang immer mit einer schlimmen Befürchtung leben zu lassen?

 

Natürlich muss der "Zwang" behutsam eingesetzt werden. Doch selbst dieser behutsame Zwang sieht nie schön aus. Das Tier wehrt sich in seiner Panik wie ein Wildtier...wer will das schon sehen und seinem Tier antun?

Bitte bedenken Sie, es geht in keinem Moment darum, den armen Hund gefügig zu machen. Es geht nur darum, ihm zu helfen. Denn nur wenn der Hund allem Widerstand zum Trotz die Erfahrung machen kann, dass gewisse Situationen gar nicht so schlimm sind - nur dann kann er genau das lernen, was ihm gut tut:
nämlich, dass das alles gar nicht so schlimm ist und dass man es ja eigentlich aushalten kann, auch wenn es erst mal den Eindruck macht, dass es nicht geht...

Auch wenn der Anfang für Hund und Mensch fürchterlich erscheint, so gibt es nichts schöneres auf der Welt, als so ein ehemals verstörtes, depressives und ängstliches Wesen aufblühen zu sehen und zu beobachten, wie die Lebensfreude einkehrt.

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